Warum Fehler unsere größten Chancen sind

Wer mich kennt, weiß, wer Murphy ist. In fast jedem meiner Vorträge oder Seminare hat er seinen Auftritt. »Murphy’s Law« erklärt, dass alles, was schief gehen kann, auch schief gehen wird und wird gerne eher auf ironische Weise zitiert. Doch ich habe in Murphy einen Verbündeten, einen Komplizen entdeckt. Jahrelang war er mein ständiger Begleiter. Auf meinen Reisen und Meetings gingen die unglaublichen Dinge schief, von Stromausfällen, Bränden bis zu zerrissenen Hosen und immer fragte ich mich: »Warum immer ich?« Wut bekam ich auf diesen Murphy und sein Gesetz. Bis ich irgendwann erkannte, dass Murphy mir eigentlich etwas sagen möchte.

»Schau hin und werde besser«, sagte er mir. Seit ich mir das zu Herzen genommen habe und im Vorfeld alle wichtigen Fragen kläre und Probleme aus der Welt schaffe, bleibe ich von Murphy’s Fluch verschont. Je bewusster ich im Augenblick bleibe, umso weniger kann Murphy die Macht des Unbewussten nutzen, um meine Ziele zu sabotieren. An meiner Seite ist Murphy weiterhin – als Erinnerung daran, in jedem Augenblick voll da zu sein und im Moment zu bleiben.

 

Murphy ist der Botschafter unseres Unterbewusstseins

Scheitern bedeutet, Erfahrungen zu sammeln. Wir lernen, was wir beim nächsten Mal besser machen sollten, und wenn es nur ist, auf unser Bauchgefühl zu hören, jene unterschätzte Superkraft in unserem Inneren. Das erste Telefongespräch mit einem neuen Lieferanten hinterlässt ein komisches Gefühl? Dann lieber noch einmal recherchieren und dem Anbieter auf den Zahn fühlen. Wenn wir ganz ehrlich zu uns sind, denken wir nämlich bei den meisten Katastrophen: »Wusste ich es doch, dass das nicht gut geht.« Dann aber kommt unsere Ratio in das Spiel und gewinnt, so lange bis Murphy dem Bauchgefühl doch noch zum Sieg verhilft.

Murphy hat mich viel gelehrt. Nur wenn mein Bauchgefühl mit meinem Verstand in Einklang ist, kann etwas richtig Gutes entstehen. Dann bin ich ganz bei mir und ganz bei der Aufgabe, die vor mir liegt. Oft kündigt sich Murphy schon im Vorfeld mit kleineren Katastrophen an, der Rechnung etwa, die nicht mehr zu finden ist oder dem Kaffee auf der Bluse, bevor es in ein Meeting geht. »Hey«, sagt Murphy dann. »Bleib mal stehen und hol tief Luft! Du bist ja gar nicht wirklich da.« Nicht immer gelingt es mir, auch auf ihn zu hören – doch wenn es schief geht, gewinne ich an Erfahrung, also kann es doch nur gut werden, oder?

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