Deine Gefühle bauen Brücken – Empathie im Alltag

Ich will es gar nicht abstreiten – manchen Menschen fehlt es einfach an Empathie. Ihnen fällt es schwer, sich in die Gefühlswelt anderer hineinzuversetzen. Meistens haben sie Probleme, ihre eigenen Gefühle überhaupt wahrzunehmen und zuzulassen. 

Empathie ist eine der grundlegenden Skills unseres Menschseins und wer nicht von Anfang an mit ihr gesegnet ist, kann sie mit ein paar einfachen Techniken erlernen. 

Empathie verbindet uns mit anderen Menschen, sie holt uns aus der Einsamkeit, baut Brücken, verringert Missverständnisse, Angst, Vorurteile und andere Konfliktherde. Das effektivste Mittel ist, das eigene Anliegen neu zu formulieren. 

Betrachten wir dazu zwei typische Situationen:

Situation 1: Du hast Lust auf Kino, doch dein Freund möchte es sich lieber auf der Couch bequem machen. Natürlich kannst du jetzt sagen: »Nie unternimmst du etwas mit mir, immer liegst du nur auf der Couch.« Die Erfolgsaussichten nach so einer Aussage voller Vorwürfe und Generalisierungen sind gering. Sagst du stattdessen: »Ich verstehe, dass du müde bist, aber ich würde mir wirklich sehr wünschen, mit dir Zeit zu verbringen«, stehen die Chancen gut, dass sich dein Partner dir zu Liebe aufrafft.

Situation 2: Die ganze Familie ist zum Kaffeetrinken bei der Schwiegermutter eingeladen, doch dein Kind weigert sich partout, mitzukommen. Du kannst jetzt drohen, dem Kind sagen, dass es böse und ungezogen ist, oder du drückst Verständnis aus. »Ich sehe, dass du keine Lust hast, aber für deine Oma und mich wäre es schön, wenn du jetzt mitkommst«. Das eröffnet dem Kind Handlungsoptionen und drückt Verständnis für seinen Standpunkt aus.

Seit ich über Empathie im Alltag nachgedacht habe, formuliere ich viel häufiger Sätze um, bevor ich sie aufschreibe oder ausspreche. In der Tat habe ich seither schon viele positive Überraschungen erlebt. Zahlreiche Türen öffnen sich mit der Magie der Empathie!

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