Warum Frauen besser über Gefühle reden und Männer seltener weinen
Wir Frauen ahnen es ja schon immer: Männer sind einfach schlecht darin, ihre Gefühle auszudrücken. In den meisten Fällen unterstellen wir Männern dadurch eine gewisse »emotionale Faulheit« oder eine Vermeidungsstrategie. Doch die Wissenschaft hat vermehrt Hinweise gefunden, dass Männer in der Tat nichts dafür können.
Bittet man Männer wie Frauen in einem Versuch, an ein trauriges Ereignis zu denken, so werden in den Gehirnen von Frauen mehr Areale intensiver aktiv als bei den Männern. Nicht zufällig sind das die Areale, die ganz dicht bei den Zentren für Verarbeitung und Sprache liegen.
Wenn Männer also schlecht über Gefühle sprechen können, dann hat das nicht unbedingt etwas mit ihrem Willen zu tun.
Geschlecht und Gefühl
Wissenschaftler vermuten, dass die gesteigerte Emotionalität von Frauen mit der Evolution zusammengehängt. Die Gefühle von Kindern zu erkennen und mit ihnen umzugehen, gehört zur Mutterschaft dazu. Doch was wir fühlen und wie wir damit umgehen, hat auch viel mit unserer Erziehung und unserer gesellschaftlichen Prägung zu tun. Beispielsweise redet man Männern auch heute noch immer ein, dass nicht weinen dürfen. Emotionen sind »Frauensache«, obwohl wir alle das Gleiche fühlen und fühlen dürfen.
Frauen hingegen wirft man oft vor, zu »emotional« zu sein und deshalb weniger sachlich denken zu können - ein Vorwurf, der auch mir mehr als einmal begegnet ist.
Als Emotionsexpertin kann ich dazu nur sagen: Da wird mit dem Thema Emotion bis heute Missbrauch betrieben. Jeder Mensch hat ein Recht auf seine Emotionen, ganz unabhängig von seinem Geschlecht.